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Nächster Termin für Mitglieder und Interessierte: Treffen unter schattigen Kastanien am 24. August

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Im Ferienmonat August treffen sich Mitglieder und Freunde traditionell im Biergarten vom "Ochsen" zum Plaudern und Erfahrungsaustausch.

Heuer ist dies am Mittwoch, 24. August ab 17.00 Uhr.

Eine Anmeldung ist nicht notwendig, über Gäste, die sich für die Ziele des Vereins interessieren, freuen wir uns.

Friedrich von Hessing

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Vortrag von
Stadtdirektor a.D. Heinz Münzenrieder
" Friedrich von Hessing: Ein Schreinerlehrling
wird zum Wohltäter der Menschheit "
 
Bilder: Helga Eberle
 
am Dienstag 26.4. 2016, 18.00h
 
Hessingburg – Gartensaal 
Wellenburger Str. 22 / Hessingstr. 6a

Besuch im Mutterhaus der Barmherzigen Schwestern am Mittwoch, den 3.2.2016, 16.00 Uhr: Anmeldung notwendig

Das Mutterhaus der Barmherzigen Schwestern mit Besuch der Kirche, des Mutterhausbereiches steht als nächstes auf dem Programm. Dabei wird auch die Geschichte des Klosters und die Frage, warum neu gebaut wurde, erläutert werden. Ein Spazierung durch den Garten rundet den Besuch ab.

Anmeldung bitte per E-Mail unter antwort@goegginger-geschichtskreis.de da nur eine begrenzte Anzahl an Plätzen für die Besichtigung zur Verfügung steht.

Gögginger Häuser im Wandel, Teil 2: Vortrag von Helga Eberle im Schützenheim fand großen Anklang

Ein gut besuchter Vortrag des Gögginger Geschichtskreises: Helga Eberle zeigte anhand von alten und neuen Fotos, welche Angebote für Kunden es früher in Göggingen gab, wie sich Industrie und Handwerk laufend neu etablieren und alte Strukturen verschwinden, wie Geschäfte kommen und gehen und welche Dienstleistungsangebote neu im Angebot sind.

Damit konnte man gut sehen, wie sich industrielle Fertigung, Handwerk, Handel und Dienstleistungsangebot für eine bestimmte Region ständig ändern.

2015 wurde der Stadtbezirk 40 gezeigt, diesmal der Stadtbezirk 37, wir freuen uns auf den Folgevortrag im Jahr 2017

Leben und Wirken des bildenden Künstlers Ernst Steinacker (1919 – 2008) – Frau Dr. Adelheid Riolini-Unger stellt den Künstler vor

steinacker

Als abschließende Veranstaltung zu einer schon im vergangenen Juni erfolgten gemeinsamen Exkursion des Gögginger Geschichtskreises in die Heimatregion des Künstlers Ernst Steinacker hielt Frau Dr. Adelheid Riolini-Unger am 15. 10. einen Lichtbildervortrag im Archivraum. Dabei wurden noch einmal die Stationen dieses Bildhauers und Malers ergänzend gewürdigt. Anlass zu der Beschäftigung mit Steinacker gab seine nahe der Burgfriedensgrenze zwischen Augsburg und Göggingen stehende Bronzeskulptur eines Engels, die im Jahre 1980 von dem damaligen Grundstücksinhaber der Firma Seil-Baur, Herrn Johann Baur, gestiftet worden war.

Steinacker, ein gebürtiger Wemdinger, lebte und arbeitete in seiner Heimatstadt bis zu seinem 65. Lebensjahr in Holz, Stein, Stein-(Beton-)guss und Bronze. Bei seinen Figuren reduzierte er oft den menschlichen Körper auf Kopf und Antlitz. Bukolische Themen, Paare und Liebespaare, der Mensch im kosmischen Raum, waren seine beliebten Themen. In seinen späteren Lebensjahren wandte er sich auch der Malerei in leuchtenden Farben zu. Steinacker befasste sich zeitlebens mit dem Thema des Menschenbildes und der Sehnsucht nach dem Schönen. Als religiöser Mensch zählten Engel- und Heiligenfiguren, vor allem die Heiligen seiner Heimat, Willibald und Walburga, zu den bevorzugten Themenbereichen. Höhepunkt seines Schaffens war der Gemäldezyklus „Freude der Auferstehung“, der heute im Kloster Heidenheim am Hahnenkamm ausgestellt ist.

Noch mit 65 Jahren erwarb Steinacker die ehemalige Stauferburg Spielberg bei Gnotzheim, die er zusammen mit seiner Familie vorbildlich restaurierte und für die er den Denkmalspreis erhielt. Viele seiner Werke stehen an unterschiedlichen Orten Süd- und Westdeutschlands, so z. B. auch der allen Augsburgern bekannte Gänseliesel-Brunnen im Mettlochgässchen. Viele seiner Kunstwerke, sowohl Skulpturen aller Art wie auch Malereien, stehen heute in einem zum „KunstMuseum Donau-Ries“ umfunktionierten ehemaligen Möbelhaus in Wemding und können dort besichtigt werden.

Der gut besuchte Vortrag löste unter den Anwesenden, von denen manche den Künstler noch persönlich gekannt hatten, eine rege Diskussion und manche ergänzenden Beiträge aus.

Die Grafen Seyssel’d Aix

Sie dienten als Generäle und hohe Beamte dem Kurfürstentum und dem Königreich Baiern

 

1-Seyssel Wappen-k 2-Seyssel 2015-k
3-Seyssel Burg Sejeur 2015-k  
4-Seyssel Schloss Bourdeau 2015-k 5-Seyssel Palais Kaulbachstrasse-k

                                      

Die Grafen Seyssel´d Aix  Eine der ältesten Adelsfamilien Savoyens hat einen engen Bezug zu Göggingen. Das Münchner Palais Seyssel beherbergte den späteren Papst Pius XII.

                                         Von Heinz Münzenrieder

 

Göggingen  Er war in Göggingen beliebt und er war auch recht großzügig. Für die Evangelische Dreifaltigkeitskirche spendierte er anlässlich deren Weihe im Jahre 1912 das silberne Taufgeschirr und auch für den örtlichen Veteranenverein hatte er viel übrig. Es geht um Edgar Graf Seyssel d´Aix – wohlbestallter Kämmereibeamter am königlichen Hof zu München -, der um 1900 das herrliche Schlösschen mit dem damals weitläufigen Park am Klausenberg erwarb. 1939 verstarb er und die Gögginger ehrten ihn sogar durch eine Straßenbenennung. Beinahe filmreif ist die Seyssel´sche Familiengeschichte: Alles hat seinen Ursprung im gleich hinter Genf gelegenen idyllisch-verschlafenen französischen Rhonestädtchen Seyssel.

Dort ist zwar nur mehr der Name der Seyssel-Dynastie – deren Wurzeln bis auf die Zeit von Karl dem Großen zurückgehen und die über Hunderte von Jahren engste Beziehungen zum savoy´schen Herrscherhaus hatte – erhalten geblieben. Vor den Toren des Seyssel benachbarten Thermal-Badeorts Aix les Bains – schön am Lac de Bourget gelegen – erinnern aber noch ein herrschaftliches Anwesen und respektable Reste einer mittelalterlichen Burganlage an dieses uralte Adelsgeschlecht. Die Seyssels selbst haben Savoyen längst verlassen. Einzelne Nachkommen leben heute in Italien und Spanien. Und jetzt kommt das Kurfürstentum Baiern ins Spiel: Anfangs des 18. Jahrhunderts wanderte Jean Claude – er nannte sich nach dem Ort seiner Herkunft Seyssel d´Aix – dorthin aus.

 

                              Das Münchner Palais Seyssel ist heute Sitz

                                     des Französischen Kulturinstituts                

 

Er war eines von zehn Kindern und er nahm – da er wohl ansonsten keine ihm entsprechende Fortkommensmöglichkeit gehabt hätte – sein Schicksal selbst in die Hand. Er verließ die angestammte Heimat und diente bald als Kommandeur im bairischen Militär. Schon seine unmittelbaren Nachfahren machten dann im Staatsdienst steil Karriere. Sein Sohn Maximilian Claudius war bereits kurfürstlicher Kämmerer und General. Dessen Nachkömmling Maximilian brachte es zum königlich-bairischen Generalleutnant. Und Maximilians Sohn Edwin – er übte das hohe Amt eines königlichen Kämmerers aus – erwarb 1874 das nach ihm benannte Palais Seyssel d´Aix an der Münchner Kaulbachstraße, in dem 1868 Sohn Edgar das Licht der Welt erblickte.

 Heute ist dort das Französische Kulturinstitut beheimatet. In ihm residierte  1922 – 1925 der Apostolische Nuntius Kardinal Eugenio Pacelli, der spätere Papst Pius XII. Und der Herr Heilige Vater in spe ließ es sich im gräflichen Hause recht gut gehen. Dann schließt sich der Kreis: Edgar Graf Seyssel d´Aix verlässt das elterliche Münchner Palais und zieht nach Göggingen ins zum Verkauf stehende  Schlösschen am Klausenberg. Er ehelichte 1909 Gertrud Freundlich, die später von den Nazis als „Halbjüdin“ verunglimpft wird. Glücklicherweise konnte sie ihre Deportation ins KZ Theresienstadt überleben. Sie verstarb 1965. Die gemeinsame Tochter Comtess Gabriele war dann bis 1981 die Hausherrin im historischen Anwesen am mittleren Klausenberg Und heute dient das Göggingen zierende Palais immer noch Seyssel´schen Nachfahren als Domizil.

 

Bilder:

Wappen:

Das uralte Wappen der savoy´schen Adelsdynastie Seyssel.

Foto: Archives Municipal Aix les Bains

Ort Seyssel:

Idyllisch und ein wenig verschlafen: Das Rhonestädtchen Seyssel. Der Ursitz der Seyssels.

Foto: Heinz Münzenrieder

Seyssel´sche Liegenschaften:

Waren ehedem Seyssel´sche Domizile (v.l.n.r.): Burg Sejeur, von der nur mehr steinerne Zeugen vorhanden sind und Schloss Bourdeau (beide bei Aix les Bains) sowie das heute noch existierende Münchner Palais Seyssel (Archivbild 1920er Jahre).

Fotos: Walter Schließleder

 

Info: Der Autor des Berichts und der mit der Geschichte der gräflichen Familie Seyssel vertraute Walter Schließleder – dessen Großmutter im Hause Seyssel als Erzieherin tätig war – unternahmen eine sommerliche Reise nach Seyssel /Haute Savoie und wandelten dort auf den historischen Spuren der Seyssel.      

Ein Besuch in der Strafjustizanstalt

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Fotos: Helga Eberle

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Fotos: Monika Hatam

Reges Interesse mit über 20 Besuchern fand die Besichtigung des Gögginger Geschichtskreises im Strafjustizzentrum Augsburg. Dr. Karl Huber, Rechtspfleger beim Landgericht Augsburg und Gruppenleiter der Strafabteilung informierte zu Beginn der Veranstaltung im Schwurgerichtssaal des Zentrums über die Aufgaben und die Schnittstellen der Staatsanwaltschaft Augsburg mit den Strafabteilungen des Land-, sowie des Amtsgerichtes Augsburg. 2001 wurde eines der modernsten Straffjustizzentren Bayerns in Göggingen bezogen. Bereits jetzt sind jedoch schon die räumlichen Bedingungen beengt. Vor allem die Säle sind für einige Verfahren, wie Bandenkriminalität mit mehreren Angeklagten und ihren Verteidigern, zu klein. Für diese Verfahren werden nun im 1. Stock zwei zusammengelegte Schulungssäle genutzt. Dr. Huber informierte die Zuhörer, dass im Strafjustizzentrum an der Gögginger Straße ca. 330 Beschäftigte, davon knapp ein Drittel Richter und Staatsanwälte arbeiten. 

Im Anschluss machte Prof. Hubert Schulz, Stadtheimatpfleger und Architekt des Gebäudes deutlich , dass das Baukonzept des Strafjustizzentums für ihn eine neue und besondere Aufgabe darstellte. Das Zentrum ist in zwei große, miteinander verbundene Gebäude aufgeteilt. Ein Trakt mit insgesamt 17 Verhandlungssälen und einer großen Halle im Zentrum. Der andere Teil für die Verwaltung, primär mit Einzelbüros konzipiert. Das Strafjustizzentrum sollte ursprünglich so gestaltet werden, dass es „offen für alle Bürger“ wirkt. Jetzt befindet sich im Eingangsbereich eine Schranke mit Schleuse, die später aus Sicherheitsgründen nachgerüstet werden musste.

Nach der allgemeinen theoretischen Einführung durch Dr. Huber und Prof. Schulz erfuhren die Besucher bei einem Rundgang in den Sitzungssälen der oberen Stockwerke, welche Überlegungen sich hier architektonisch widerspiegeln. Zum Beispiel liegen die Fenster gegenüber den Sitzplätzen der Beschuldigten und eine rechteckige Deckenbeleuchtung aus Glaselementen  ist über dem Zeugenbereich angebracht.

Anschließend konnte die Gruppe einen Blick in die interne Bibliothek und einem Vernehmungszimmer werfen. Die Technik im Strafjustizzentrum ermöglicht es, Zeugenaussagen aus diesem Zimmer, oder auch aus dem Ausland in den Schwurgerichtssaal zu übertragen.

Ein Außenrundgang, in der die Gruppe eine kleine Brücke innerhalb der Anlagen entdecken konnte, rundete die Informationsveranstaltung ab.

Bericht: Monika Hatam