Wieder auf den Spuren von Hessing

Bad Reichenhall Foto: Alvaro Mones Bad Reichenhall
Bad Reichenhall Bad Reichenhall

Nach Bad Kissingen und Rothenburg ob der Tauber führten die Spuren von Hofrat Friedrich von Hessing den Gögginger Geschichtskreis dieses Mal nach Bad Reichenhall. Wieder waren 40 Teilnehmer dabei, Mitglieder und Gäste. Bad Reichenhall, inmitten einer traumhaften Landschaft mit reichhaltigen Salzquellen, seit 1866 erreichbar mit der Eisenbahn, zog damals Adlige und Berühmte aus ganz Europa zur Heilung und Erholung an. Es gab also viele Gründe für Hessing, hier Anwesen und Gründe zu erwerben, um eine aktive Bautätigkeit zu entfalten. 1879 eröffnete er seine erste Kuranstalt "Friedrichshöhe". Sein größtes und wohl schönstes Objekt wurde die "Schöne Aussicht" in Bayerisch Gmain, der "Sonnenterrasse Bad Reichenhalls". Aber der Aufstieg dorthin war beschwerlich. Der Transport fand auf Eselsrücken statt. Hessing löste das Problem mit einer Drahtseilbahn von Bad Reichenhall hinauf zur "Schönen Aussicht". Sie wurde am 13. August 1909 offiziell eröffnet und hatte eine Gesamtlänge von 276 m mit einer Steigung von 25 Prozent. Ein teures Unternehmen! Bis August 1914 funktionierte sie, musste dann aber stillgelegt werden und wurde nie wieder in Betrieb genommen. Für seine Verdienste um die Kurstadt wurde Hessing am 25. Juni 1917 zum Ehrenbürger ernannt. Nach seinem Tod (15.3.1918) veräußerte die Hessing-Stiftung nach und nach die verschiedenen Besitztümer. Sie wurden umgebaut, umfunktioniert. Aus der "Schönen Aussicht" z.B. wurde das heutige Feuerwehrheim. Nur der steile Hang hinauf nach Bayerisch Gmain, "der Hessing", erinnert noch an Hessings Aufenthalt.
Eine Führung durch Bad Reichenhall verschaffte den Teilnehmern einen Eindruck von diesem wichtigen Kurort. Bei strahlendem Sonnenschein flanierten sie durch den herrlichen Kurpark, bewunderten das beeindruckende Gradierhaus -das überdachte Freiluftinhalatorium-, die vielen Brunnen der Stadt, das mit Fresken bemalte Alte Rathaus, vor dem gerade ein origineller Antiquitätenmarkt stattfand, das Salzmuseum… Einige wagten sich hinunter in die unterirdischen Gänge der Alten Saline.
Ein wunderschöner Tag, den wieder Franz und Petra Kießling für die Mitglieder des Gögginger Geschichtskreises organisiert hatten.
Text: Dr. Ursula Kühl de Mones
Fotos: Alvaro Mones

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