Der Gögginger Geschichtskreis besucht die Kapelle Zur Schmerzhaften Muttergottes

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Bei strahlendem Sonnenschein folgten interessierte Mitglieder des Gögginger Geschichtskreises der Einladung zum Besuch der Kapelle Zur Schmerzhaften Muttergottes an der Gögginger Strasse 98. Alle kannten das kleine Bauwerk vom Vorbeifahren – aber dank der hochinteressanten Führung von Frau Dr. Adelheid Riolini-Unger konnten sie es nun näher kennen lernen.

Erbaut wurde die Kapelle im Jahre 1840 an der alten Stadtmauer beim Gögginger Tor, also am heutigen Königsplatz. Im Rahmen der Umgestaltung der Innenstadt wurde  sie dann 1860-1862 versetzt, zunächst wohl an einen Ort an der Morellstrasse, schließlich an ihren heutigen Standort, auf dem Gelände der ehemaligen Seilerei Baur.

Es handelt sich um einen neugotischen Walmdachbau, auf querrechteckigem Grundriss. Zur Straßenseite hin zeigen sich drei Spitzbogenöffnungen mit Eisengittern. Auf der nördlichen Seite befindet sich eine Spitzbogentür, nach Süden ein Fenster.

Leider war es nicht möglich, in die Kapelle hineinzugehen, und durch die stark verschmutzten Gitter und Scheiben hindurch konnte man das Innere nur mühsam erspähen: ein neugotischer Flügelaltar mit gefassten Holzfiguren und vergoldetem Gesprenge, Predella und textilem Antependium (von Hilda Sandtner, Augsburg). Im Innenraum, der stark verstaubt war, konnte man noch mehrere gerahmte Bilder, eine freistehende Madonna mit Kind im barocken Stil und zwei grosse Schmuckkerzen erkennen.

 An der südlichen Außenwand ist der Abguss eines römischen Reliefs angebracht. Es zeigt eine Szene aus dem Handwerkerleben, die Verschnürung eines Textilballens. Das Original aus der Zeit um 200/220 n. Chr. befindet sich an der Römermauer am Fronhof  und war ursprünglich Teil eines Pfeilergrabmals.

Im stark verwilderten Vorgarten der Kapelle steht ein Bronze-Engel (1980), Werk des Bildhauers Erich Steinacker, gestiftet von Johannes Baur, rechts davon der Abguss eines römischen Pinienzapfens und links ein nachgearbeiteter Grenzstein aus dem Jahre 1670: auf der nördlichen Seite trägt er das Wappen von Augsburg und nach Süden das Wappen von Bischof Johann Christoph von Freiberg.

Die Besucher waren beeindruckt von der kleinen Kapelle, diesem Juwel hier in ihrem Stadtviertel – nur fragten sie sich, wer wohl zuständig sein könnte für seine Pflege, innen und außen…..?

Text: Dr. Ursula Kühl de Mones

Betriebsbesichtigung Amann Nähgarne GmbH & Co. KG

Amann-Luft

Amann-Eingang

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Fotos Gebäude: Helga Eberle; Fotos Besichtigung: Monika Hatam; Text: Monika Hatam

 

Betriebsbesichtigung bei Amann Nähgarne Mai 2014

Seit über 150 Jahren drehen sich die Spulen in Göggingen

 

Für reges Interesse sorgte das Angebot des Gögginger Geschichtskreises zu einer Betriebsbesichtigung bei Amann Nähgarne.

 

Im Jahr 1855 wurde die Garnzwirnerei von Eusebius Schiffmacher in Augsburg gegründet, bereits sieben Jahre  später entstanden in Göggingen großzügig angelegte Fabrikgebäude. Der Standort war ideal. Zum einen war genügend Platz vorhanden und zum anderen bestand durch die Singold die Möglichkeit der notwendigen Energiegewinnung mit Wasserkraft. Auch die Mitarbeiterzahl wuchs beständig und erreichte 1912 die Höchstzahl von fast 1500 Beschäftigten. Das Unternehmen war zu dieser Zeit bereits führend in Europa und exportierte nach Übersee.1957 schloss sich die Zwirnerei- und Nähfadenfabrik Göggingen (ZNFG) mit dem damaligen Wettbewerber Ackermann zusammen und firmierte anschließend unter Ackermann Göggingen AG. Vor zwanzig Jahren wurde sie von der Amann Gruppe (Bönnigheim) übernommen.

 

Betriebsleiter Wolfgang Haertl und seine Assistentin Katrin Anlauf begrüßten 28 Besucher am Fabrikgelände. In der halbstündigen Einführung erfuhren die Teilnehmer zuerst Hintergründe zu Amann & Söhne und dem Standort Göggingen. Aktuell arbeiten 232 Stammmitarbeiter und -mitarbeiterinnen in Augsburg-Göggingen. Rund 1500 Beschäftigte hat die Gruppe insgesamt. Produktionsstätten finden sich neben Augsburg auch in Großbritannien/Manchester, Rumänien, Tschechien, China und Bangladesh. Der Standort Göggingen ist ein wichtiges Standbein für die Amann Gruppe. Forschung und Entwicklung, die Steuerung von Qualitätsmanagement sowie die Qualitätssicherung und das Industrial Engineering finden hier statt.

 

Die Globalisierung hat vor allem in der Textilindustrie sehr früh ihre Spuren hinterlassen, mit gravierenden Auswirkungen auch in Augsburg. In den letzten Jahrzehnten führt der immer stärker werdende Trend zu Billigkleidung auch dazu, dass Nähfäden einem enormen Preisdruck unterliegen. Der Qualitätsanbieter Amann setzt deshalb auf die Zusammenarbeit mit Markenherstellern von Kleidung und Inneneinrichtung sowie die Spezialisierung auf Nähgarne für industrielle Textilien. Produziert wird für den Automobilbereich oder besondere technische Ausrüstungen wie Schutzkleidungen und Produkte aus der Chemie- und Elektroindustrie. Auch in der Sportbranche werden Materialien verwendet, deren Nähte extreme Belastungen aushalten müssen. In vielen Produkten stecken zudem Fäden und Garne, wo man sie zunächst nicht vermutet, zum Beispiel bei der Verstärkung von Schläuchen. Nur noch ungefähr fünf Prozent macht die Produktion für den klassischen Nähfaden für den Endverbraucher aus.

 

Nach den theoretischen Grundlagen konnten sich die Besucher anschließend ein Bild von der Produktion machen. Einige Teilnehmer, die früher hier gearbeitet haben, waren sichtlich bewegt, begrüßten ehemalige Kollegen in den Werkshallen und erzählten während der Führung die eine oder andere Geschichte. Start war das Tor für die Anlieferung der Garne und ein Gang durch die Zwirnerei. Zwei ältere Hallen, durch die die Besucher geführt wurden, sind gerade im Umbau. Härtl erklärt, dass die Erneuerung des Bodens wichtig ist, um den Belastungen der Maschinen, die dort wieder aufgestellt werden, standzuhalten. Im Färbereilabor, das im neueren Gebäudetrakt untergebracht ist, werden „Rezepte“ verglichen, neue Farben ausgerechnet, Reklamationen untersucht oder auch die Qualitätskontrolle durchgeführt. Ungefähr 2600 neue Farben werden im Jahr entwickelt. Imposant sind die großen Behälter, in denen die Garne auf den Spulen gefärbt und anschließend getrocknet werden. Zum Abschluss wurden beide Gruppen in das Untergeschoß geführt, das beim Pfingsthochwasser 1999 überflutet wurde. Dank des unermüdlichen Einsatzes der damaligen Belegschaft konnte die Produktion nach einer Woche wieder anlaufen. In vielen Reihen stehen dort heute Maschinen, an denen die Fäden auf die erforderlichen Längen gespult werden.

 

Härtl machte bei den noch offenen Fragen der Teilnehmer deutlich, wie hart der Markt umkämpft ist, und wie sich die Amann Gruppe für die Zukunft ausrichtet. Zuletzt lädt er den Gögginger Geschichtskreis ein, in zwei Jahren die Entwicklungen und Neuerungen wieder zu besichtigen

Besichtigung Römerturm + Tycho-Brahe-Museum

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Foto: Toni Resch

 

Manfred Hirt führte den Gögginger Geschichtskreis durch das Tycho-Brahe-Museum im Römerturm und erinnerte an die Augsburger Präzisionsleistungen zur Himmelsbeobachtung.  Am letzten Freitag im Monat ist der Zugang in den Sommermonaten über das Kurhausgelände von 14.00-17.00h möglich.

Das Museum ist auch über notiz@goegginger-geschichtskreis.de zu besichtigen.

 

Göggingen ist älter als tausend Jahre

 

Göggingen ist älter als tausend Jahre

Wieder bestens besucht war der Archivraum des Gögginger Geschichtskreises am vergangenen Donnerstag (6.3.2014). Vorsitzender Toni Resch konnte mit David Ahn auch ein junges Neumitglied begrüßen und zeigte mit der vertieften Einführung in die Siedlungsgeschichte, dass es auch vor der ersten urkundlichen Erwähnung im Jahre 969 bereits Einwohner gab. Anhand der archäologischen Befunde – nicht allein aus der Römerzeit – sind klare Zeugnisse vorhanden, die entsprechende Rückschlüsse zulassen. Die schriftlichen Zeugnisse setzen allerdings später ein: Urkundlich sind die Ritter von Geginga erwähnt, die als Schutz der bischöflichen Güter eingesetzt waren, dabei wird 1288 als letzter des Ortsadels Ulrich von Göggingen erwähnt. In der Zeit hatte Göggingen Brandschatzungen zu überstehen, die insbesondere 1372 durch Herzog Stephan von Bayern und 1462 mit  Herzog Ludwig von Bayern- Landshut dokumentiert sind. Letzterer hatte den Turm der Burg zerstört, deren Verteidiger Geschichte machten: Mit ihren acht Schwertern bilden sie mit dem Turm das Gögginger Ortswappen, das König Ludwig I. von Bayern 1837 genehmigt hatte. Wie andernorts zog auch der dreißigjährige Krieg im Raum Augsburg mit Pest und Hungersnöten den Ort Göggingen in Mitleidenschaft: Das alte Schloß Radau ging in Flammen auf. 1803 wird Göggingen, das immer noch zum Hochstift Augsburg gehörte, dem Fürstbischof entrissen und 1806 dem Königreich Bayern unter König Max I. Joseph eingegliedert. 1804 wird Göggingen Sitz des Landgerichts und 1838 zur Marktgemeinde erhoben. Besondere Entwicklung nahm Göggingen 1868 mit der Hessingschen Orthopädischen Heilanstalt, und erhielt wenig später 1886 mit dem Bau des Kurhaustheaters eine architektonische Glanzleistung, deren Ausstrahlung auch nach der Rekonstruktion weit über Augsburg hinaus wirkt. 

Arbeitsgruppe arbeitet NS-Zeit in Göggingen auf

Anhand einer vierseitigen Zeittafel konnten die Zuhörer Wünsche äußern, welche Zeitabschnitte genauer betrachtet werden sollten. Von vielen geschichtlichen Besonderheiten gelte es, intensivere Forschungen vor Ort zu initiieren. Resch sicherte zu, dass zur Aufarbeitung der NS-Zeit eine interne Arbeitsgruppe gebildet werde, die das Wissen von Zeitzeugen sichere.

In der lebhaften Diskussion äußerten Teilnehmer, der Geschichtskreis möge auch bei aktuellen Fragen seine Stimme erheben: Der aktuelle Zustand des Parkweihers sei eine Zumutung und zeige die Fehleinschätzung der Verwaltung, die eine dauerhafte Befüllung nicht erreichen könne. Auch werde die städtebauliche Qualität bei Neubauten nicht gerade forciert. Grundsätzlich sollten Stadträte wesentlich mehr Augenmerk darauf legen und damit auch langfristig das Ortsbild verbessern. Abschließend trug Toni Resch die überlieferte Geschichte aus dem Jahre 1397 vor, als der Bauer Veit Widderlin mit dem Inninger Jörg Lützelin nach durchzechtem Abend gewaltsam das Gögginger Tor überwand, um nach Hause zu kommen. Dafür wurde beide Monate später, als sie in Augsburg aufgegriffen wurden, zum Tod durch Erhängen “mit dem Gesichte gegen ihre Heimatdörfer” verurteilt. Und wie es weiter heißt ”Aber auf vieles Betteln und Bitten hin wurden die beiden armen Teufel begnadigt. Und worin bestand die Gnade? Sie wurden nicht gehängt., sondern – geköpft.” – “Das war sicher nicht die vermeintlich gute alte Zeit”, schloss Resch den Vortragveranstaltung gg foto resch.

Im Anschluss übergab Mitglied Katharina Steichele einen 95 Jahre alten Katasterauszug zur Ergänzung der Archivarbeit an den Geschichtskreis.

Katharina Steichele übergab Toni Resch einen Gögginger Katasterauszug aus dem Jahre 1920 , der für die Unterlagen des Gögginger Geschichtskreises gesichert wird.                          Foto: GG – Felix Resch

 

Jahreshauptversammlung zeigt auf: Erfolgreiche Arbeit beim Gögginger Geschichtskreis

 

der GG bekommt 5000 Bilder von Hermann Kleitner

Toni Resch, Hermann Kleitner und Robert Gerald (v.l.) bei der Uebergabe von 5000 Bildern an den Goegginger Geschichtskreis
Foto: GG – C.Eberle

Erfolgreiche Arbeit beim Gögginger Geschichtskreis

Bis auf den letzten Platz gefüllt war der Gemeindesaal der evangelischen Dreifaltigkeitskirche in der von-Cobres-Straße zur Jahreshauptverammlung des Gögginger Geschichtskreises am vergangenen Mitwoch (5.2.2014). Das neue Führungsteam um Vorsitzenden Toni Resch, Claudia Eberle und Florian Freund ließ im Jahresrückblick die Vielfalt der Veranstaltungen Revue passieren: Außentermine wie der intensive Rundgang über das Neubaugebiet südlich der Friedrich-Ebert-Straße mit Besuch der Kindertagesstätte Josef-Felder-Straße wurden wieder lebendig. Auch die Fahrt im Juni „auf den Spuren Hessings“ nach Bad Reichenhall erntete Lob und Anerkennung.  Meist waren es Referate im Vereinsarchiv am Klausenberg, die Mitglieder und Gäste beeindruckten: Heinz Münzenrieder berichtete über Gögginger Industriegeschichte, Robert Gerald bot Eigenerlebnisse in der „Geschichte der Gögginger Polizei“ und kürzlich glänzte Wilfried Matzke über das Gögginger Katasterwesen und die Straßenbenennungen im Laufe der letzten 150 Jahre. So lebte das Jahr in Bildern erneut auf. Schatzmeisterin Monika Hatam erhielt einmütige Entlastung für sorgfältige und erfolgreiche Kassenführung. Resch nannte es eine Freude, die Vereinsgeschäfte zu führen, da im vergangenen Jahrzehnt eine tüchtige und umsichtige Vorstandschaft die Grundlagen für erfolgreiche Arbeit gelegt habe. Er dankte den anwesenden Stadträten Ingrid Fink, Gertrud Lehmann, Claudia Eberle und Wolfgang Kronthaler für begleitende Unterstützung wie der Amtsvorgängerin Helga Eberle für weitere Unterstützung bei der vereinseigenen Internetseite.  Resch erinnerte daran, dass die lokale Geschichtsarbeit eine Fleißarbeit sein müsse, die erreichbare Zeitzeugen ebenso erfasse, wie die Sicherung in elektronischen Archiven. Die Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv könne zu beidseitigem Nutzen intensiviert werden. Heinz Münzenrieder fasste zusammen: „Wir haben den besten Vorstand und freuen uns wiederum auf die Veranstaltungen in 2014“. Der ehemalige Schulhausmeister Hermann Kleitner übergab an den Archivar Robert Gerald für den Geschichtskreis seine Fotos vom Wachsen und Werden des Neubaugebiets „Südlich der Friedrich-Ebert-Straße“ – es sind insgesamt mehr als 5000 Aufnahmen. Vorsitzender Toni Resch dankte für diese Sachspende und nannte es vorbildlich, wenn damit aktuelle Materialien der Aufarbeitung zugänglich bleiben.

Wie die Menschen in ihren Häusern gefunden wurden. Über Hausnamen, Hausnummern und Straßennamen in Göggingen

Amtsleiter Wilfried Matzke „Roy-Black-Weg“
Paul von Hindenburg Adresse „Göggingen 1“

Fotos: Toni Resch und Wilfried Matzke

Der Archivraum des Gögginger Geschichtskreises platzte fast aus den Nähten. 50 Interessierte wollten die Geschichte der Hausnummerierung und der Straßennamen im Stadtteil hören. Wilfried Matzke,  Leiter des städtischen Geodatenamtes, zeigte anschaulich die historischen Abläufe in Göggingen und Augsburg. Dort wurden –wohl erstmals weltweit – vor fast 500 Jahren die 9 Litera-Bezirke und die Hausnummerierung eingeführt. Vor 100 Jahren wurde die amtliche Straßenbenennung in der damaligen Gemeinde Göggingen beschlossen (1912). Gleichzeitig führte man die bis heute gültige Hausnummerierung entlang der Straßen ein. Aber schon vorher gab es Ordnungssysteme, damit die Menschen gefunden wurden, auch von Steuereintreibern und Rekrutierungsoffizieren. So dienten in Göggingen bereits seit dem 16. Jahrhundert die Hausnamen als Adresse. Diese Bezeichnungen wurden vom Namen oder Beruf – der Hauseigentümer abgeleitet und über Generationen verwendet. Erst mit der bayerischen Kataster-Uraufnahme führte man ein numerisches Adressierungssystem ein. Hierbei wurden im Jahr 1814 sämtliche Anwesen von Göggingen durchnummeriert. Dabei erhielt das heutige Gebäude „Klausenberg 22“ die Nummer „Göggingen 1“. Volkstümliche Straßenbezeichnungen waren zwar im Gebrauch, aber nicht zu Adressierungszwecken. Die ortsbezogene Hausnummerierung stieß bald an ihre Grenzen. Deshalb beschloss der Gemeinderat im Jahr 1912 einstimmig 42 amtliche Straßennamen. Nur ein Teil der volkstümlichen Bezeichnungen wurde übernommen, so die „Hauptstraße“. 21 Jahre später widmete die Gemeinde, wie von ihr erwartet, eine bedeutende Straße dem „Führer“, das war der heutige Klausenberg, und die Gögginger Straße, zuvor benannt als Augsburger Straße und Gögginger Landstraße . Damals wurde auch die „Hauptstraße“ nach dem Reichspräsidenten Paul von Hindenburg umbenannt. Klar, dass die „Adolf-Hitler-Straße“ bald nach dem Einmarsch der US-Armee wieder zur „Augsburger Straße“ wurde. Aber erst 1947 entschloss man sich zur Rückbenennung der „Hindenburgstraße“ in „Hauptstraße“. Bei dieser Gelegenheit wurde die langgezogene „Augsburger Straße“ in „Klausenberg“ und „Gögginger Landstraße“ aufgeteilt. Die gravierendste Umbenennungsaktion erfolgte 1972 zur Eingemeindung nach Augsburg. 50 der damals 135 Straßen erhielten andere Namen, wobei interessante Bezeichnungen verloren gingen. Zum Namenspatron der „Hauptstraße“ machte man den langjährigen Bürgermeister Otto Aurnhammer. Die „Gögginger Landstraße“ wurde aufgelöst und der „Gögginger Straße“ von Augsburg zugeschlagen. In den 1990er Jahren sorgte der „Roy-Black-Weg“ für Schlagzeilen. Nach dem Tod des Schlagersängers hatten seine Fans eine Straßenbenennung in Göggingen gefordert, wo er aufwuchs. Aber mangels einer neuen Straße wurde ein Fußweg oben am Klausenberg benannt. Heute tragen 157 Straßen und Wege im Stadtteil Göggingen einen amtlichen Namen.

 

Gemeindepolizei Göggingen – das war einmal …

 

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Fotos: Helga Eberle

Und wieder einmal war der Vortragssaal "ausverkauft": Viele Mitglieder und Gäste interessierten sich für die Zeiten, als Göggingen noch selbständig war und eine eigene Gemeindepolizei hatte.

Ein leichtes für Robert Gerald, denn er konnte aus eigener Erfahrung schöpfen. Es war sein Leben vor dem Ruhestand.

 

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Der Gögginger Geschichtskreis schaut sich das Neubaugebiet südlich der Friedrich-Ebert-Straße an

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Begehung Neubaugebiet – Vorzeigeeinrichtung Kindertagesstätte

Bei der Begehung des Neubaugebiets konnte Vorsitzender Toni Resch drei Stadträte, Claudia Eberle, Ingrid Fink und Wolfgang Kronthaler begrüßen.

An der Friedrich – Ebert – Schule trafen sich 24 Interessierte, die nach 20 Jahren das Wachsen und Werden des neuen Stadtteils unter die Lupe nehmen wollten. Der namensgebende Friedrich Ebert war Vorsitzender der SPD im Deutschen Reich und gilt heute noch als eines der Vorbilder der Sozialdemokratischen Partei.

Viele der 12 Straßen im Bereich des Bebauungsplangebiets 870, das mit 28 Hektar voll bebaut, knapp 2000 Wohnungen umfassen wird, sind nach Sozialdemokraten benannt. Die Haupterschließungsstraße in Nord – Süd – Richtung, ist nach dem ersten Gögginger Bürgermeister, Otto Miehle, benannt. Seit Ende 1993 rechtskräftig, füllte sich de r Bebauungsbereich Südlich der Friedrich – Ebert – Straße erst in den letzten Jahren.

Unmittelbar westlich der Schule wird das Familienzentrum der St. Gregor Kinder -, Jugend und Familienhilfe entstehen. Am Rohbau wird kräftig gearbeitet, der Einzug soll im Oktober 2013 möglich sein. Über den Pausenhof der Mittelschule, die sich bundesweit einen guten Ruf erworben hat, führte der Rundgang zur Streuobstwiese der Schule, wo im Herbst 2009 nicht weniger als 30 Obstbäumchen von Schülern gepflanzt wurden. Am großen Spielplatz Gustav – Heinemann – Straße zeigte Resch die anspruchsvolle Planung, wo sich mit der Wasserhandpumpe auch ein Nassbereich herstellen lässt.

Wolfgang Kronthaler, der den Bebauungsplan als langjähriger Gögginger Stadtrat bestens kennt, erläuterte den zähen Werdegang und bestätigte, dass die Bewohner auf die Einkaufsmöglichkeiten und Gaststätten nördlich der Ebert – Straße angewiesen sind. Dabei könnten im Mittelbereich, der als Mischgebiet gewidmet ist, durchaus Läden und ein Café gebaut werden.

Ein grüner Stadtteil entsteht

Resch bestätigte Gespräche im Stadtplanungsamt, wo diese Defizite durchaus bekannt sind und auf dem Beratungsweg ausgeräumt werden sollen, doch Bauträger müssten auch mitmachen, heißt es dort. Er zeigte anhand des Originalplans „Grünordnung“ die reichhaltigen offenen Grünbereiche, die im Osten ursprünglich gar mit großen Wasserflächen ausgestattet werden sollten. Zwar ist zur Bahnlinie hin die Vertiefung des Himmelsweihers erkennbar, Wasser wird dort aber aus geologischen und praktischen Gründen nicht eingefüllt werden. Auch die Weiher nordöstlich der Olof – Palme – Straße werden sicherlich nicht gebaut, obschon eine „Kanalverbindung“ mit 4m Breite zur Zentralachse Otto – Miehle – Straße planerisch vorgesehen war.

Die beiden großen Kleingartenanlagen entlang der Bahntrasse ergänzen die öffentlichen Grünflächen, die dem erfolgreichen Kleingartenwesen der Stadt Augsburg eine moderne Komponente hinzufügten.

Auffallend in dem Neubaugebiet ist die restriktive Straßenerschließung, die mit fast 60 Absperrpfosten den Verkehr auf wenige Querstraßen lenkt. Immerhin knapp 3000 Fahrzeuge sollen im Endausbau planerisch untergebracht werden und hauptsächlich in Tief – und Einzelgaragen aufgeräumt sein.

Vorzeigeeinrichtung städtische Kindertagesstätte mit 112 Plätzen

Höhepunkt und Abschluss der Gebietserkundung bildete der Besuch der Kindertagesstätte Josef – Felder – Straße, wo deren Leiterin Christine Anlauf sehr intensiv und anschaulich das pädagogische und methodische Konzept erläuterte. 100 Kinder werden in 4 Gruppen umfassend in die Basiskompetenzen und das spielerische Lernen eingeführt, wobei die Gruppenstrukturen die meiste Zeit des Tages aufgelöst sind, damit jedes Kind aus den vielfältigen Angeboten einschließlich des Freiluftbereichs wählen kann. Eine 12 – köpfige Kleinstkindergruppe kann von 4 Betreuerinnen intensiv Spielen, sporteln, basteln, Rollen spielen, verkleiden, messen, wiegen, zählen, Spracherwerb und Wissbegierde wecken – nahezu nichts, was nicht geboten wäre ? Halt, sagt Christine Anlauf, „den Wunsch nach einem Pony konnten wir nicht erfüllen, aber fast alles andere können wir bieten“ und fügt an, „gerne fragen wir nach Unterstützung von Material und Vorlesepaten, denn das bringt zusätzliche Abwechslung in den Alltag“. Mit eigener Küche werden die Kinder auch an hochwertige Nahrungszubereitung herangeführt und dürfen, soweit möglich auch zusehen und mitmachen. Als spannungs – und variantenreich stellt sich die Nutzung der ehemaligen Bürocontainer, dem 10 – jährigen „Altbau“ und dem Neubau aus Holz dar, der – erbaut vor zwei Jahre und vielfach ausgezeichnet – bei Jung und Alt Begeisterung auslöst. Die Stadträtinnen Eberle und Fink bestätigten, dass die Versorgung mit Kinderbetreuungsplätzen in Göggingen auf hohem Niveau möglich ist, und kaum Wartelisten geführt werden müssen.

Tex und Bildert: Toni Resch